Egal ob mensch den Einsatz in Afghanistan als Kriegs- oder Friedenseinsatz bezeichnet, er muss zur Kenntnis nehmen, dass die Kosten unglaublich hoch sind und momentan wieder steigen
Wie der Spiegel heute berichtet, sollen die Kosten im nächsten Jahr noch exorbitant weiter um 215 Millionen auf 785 Millionen steigen. Darin sind nicht enthalten die Kosten für Entwicklungshilfe, welche nicht im Verteidigungshaushalt geführt werden, und eine etwaige Truppenaufstockung.

Der Anteil für Entwicklungshilfe soll ebenfalls laut BMZ um 52 Millionen auf 144 Millionen Euro steigen.

Zunächst einmal wird auch hier deutlich wie die Priorisierung des Einsatzes ausfällt. Für 4500 Soldaten werden das über fünffache ausgegeben wie für zivile Wiederaufbauhilfe, welche dafür mehreren Millionen Menschen helfen soll.
Gleichzeitig ist die Aufstockung der Gelder eine weitere Manifestierung der bisherigen militärlastigen Politik, da sie ohne Änderung der Einsatzstrategie oder einem neuen langfristigen zivilen Konzept erfolgt.

Ohne eine neue zivilen Perspektive, die in meinen Augen mit einem Abzugsszenario verknüpft werden muss, darf dieser Einsatz nicht weiter verlängert werden und auch nicht mehr Geld in den militärischen Teil der Mission fließen. Bin deshalb sehr gespannt auf die Debatte und Abstimmtung Mitte Dezember im Bundestag, wenn es um die Verlängerung geht.